DTZ Ratgeber
DTZ Hören und Lesen: Aufgabentypen im Überblick und wie du sie trainierst
Von PreparaioAktualisiert am
Hören und Lesen sind die beiden „rezeptiven“ Teile des DTZ. Sie werden nach einem festen Punkteschlüssel maschinell ausgewertet, das heißt: Hier gibt es keine Bewertung durch Prüfende – nur „richtig“ oder „falsch“. Wer die Aufgabentypen kennt, kann in diesen Teilen viele sichere Punkte holen.
Dieser Artikel geht durch die typischen Aufgabenformate, die im offiziellen Übungssatz von g.a.s.t./telc auftauchen, und gibt dir für jeden Bereich eine konkrete Trainingsstrategie.
Inhalt
Hören: Der Überblick
Der Hören-Teil dauert insgesamt etwa 25 Minuten. Du hörst mehrere Aufnahmen aus dem Alltag – vom Anrufbeantworter bis zur Radiosendung – und beantwortest dazu Auswahlaufgaben. Die Aufnahmen werden je nach Teil ein- oder zweimal abgespielt.
Typische Aufgabentypen sind:
- Kurze Ansagen und Durchsagen (z. B. Bahnhof, Anrufbeantworter) – meist einmal hören, richtige Antwort ankreuzen.
- Alltagsdialoge (z. B. am Arbeitsplatz, im Amt, beim Arzt) – Inhalte verstehen, Details erkennen.
- Längere Aufnahme wie Interview oder Radiosendung – Hauptaussagen und einzelne Informationen erfassen.
Hören: Trainingsstrategie
Der häufigste Fehler beim Hören ist, jedes Wort verstehen zu wollen. Das musst du nicht – und schaffst du in der Prüfung sowieso nicht. Wichtig ist selektives Hören: Vor der Aufnahme die Aufgabe lesen, dann gezielt auf die Information hören, die gefragt ist.
- Lies die Aufgaben BEVOR die Aufnahme startet. Markiere Schlüsselwörter.
- Bei kurzen Ansagen: Höre auf Zahlen, Uhrzeiten, Orte, Namen – die sind oft die Antwort.
- Bei Dialogen: Achte auf Signalwörter für Meinung („ich finde“, „meiner Meinung nach“) und für Widerspruch („aber“, „trotzdem“).
- Training: Höre Nachrichten in Einfacher Sprache (z. B. tagesschau in einfacher Sprache), Podcasts für Deutschlernende, kurze Alltagsvideos. Nicht durchgehend – 10 Minuten fokussiert bringt mehr als eine Stunde nebenbei.
- Übe mit den offiziellen Modelltests von g.a.s.t./telc unter Prüfungsbedingungen: einmal hören, sofort ankreuzen, keine Pause.
Lesen: Der Überblick
Der Lesen-Teil dauert etwa 45 Minuten und besteht aus mehreren Teilen mit verschiedenen Textsorten aus dem Alltag. Aufgabentypen sind Zuordnung, Richtig/Falsch und Multiple Choice.
Was dich erwartet (Angaben nach offiziellem Übungssatz 1 von g.a.s.t./telc):
- Teil 1: Kurze Alltagstexte wie Anzeigen, Aushänge, Notizen – meist Zuordnung: Welche Anzeige passt zu welcher Person?
- Teil 2: E-Mails oder kurze Briefe – Detailinformationen entnehmen.
- Teil 3: Ein Sach- oder Zeitungsartikel – Hauptaussagen und Details verstehen.
- Teil 4: Broschürentexte (z. B. Krankenkasse, Eltern-Ratgeber, Verbraucherschutz, Job-Center-Merkblatt) – Aussagen als richtig oder falsch bewerten.
- Teil 5: Ein Brief mit sechs Lücken (Cloze); zu jeder Lücke gibt es drei Auswahlmöglichkeiten. Das Format ist Multiple Choice und prüft Wortschatz, Grammatik und Textverstehen im Zusammenhang.
Lesen Teil 5 im Detail: der Brief-Cloze
Teil 5 wird oft unterschätzt, weil er kurz aussieht. Du bekommst einen Brief mit sechs Lücken und wählst pro Lücke aus drei Optionen die passende. Häufig prüft der Cloze:
- Grammatik im Satz (Konnektor, Präposition, Artikel, Verbform).
- Wortschatz im Kontext (welches Verb/Nomen passt hier semantisch?).
- Textlogik (welches Wort passt zum Rest des Briefes?).
Lesen: Trainingsstrategie
- Zuerst den Text schnell überfliegen (Überschrift, erste Sätze, fettgedruckte Wörter), dann die Aufgaben lesen, dann gezielt suchen.
- Bei Richtig/Falsch: „steht das wirklich so im Text?“ – Vorwissen ausschalten. Nur was im Text steht, zählt.
- Zeitmanagement: Rund 8–10 Minuten pro Teil einplanen, damit für Teil 5 (Cloze) noch Zeit bleibt.
- Training: Kurze Alltagstexte täglich lesen (5–10 Minuten reichen). Für Teil 5 gezielt Cloze-Übungen bearbeiten – hier ist Menge wichtig, weil das Format Musterkenntnis belohnt.
- Zwischen Übungen die eigenen Fehler durchgehen und den Text noch einmal lesen. Nur Aufgaben abhaken ohne Nacharbeit verbessert kaum.
Fehler, die in Hören und Lesen gleich häufig sind
- Aufgabe nicht gelesen – man beantwortet, was man denkt, dass gefragt ist, statt das, was da steht.
- Zu viel raten – ohne Textbeleg wählt man das, was „logisch klingt“, statt was der Text sagt.
- Zeit verlieren an einer schwierigen Aufgabe. Besser: markieren, weitermachen, am Ende zurückkommen.
- Kein Antwortbogen-Training – am Ende die Antworten korrekt zu übertragen kostet Zeit, wenn man das nicht geübt hat.
Wie du dich sinnvoll vorbereitest
Hören und Lesen belohnen Regelmäßigkeit mehr als lange Wochenend-Sessions. Zehn bis zwanzig Minuten pro Tag mit echtem Prüfungsmaterial bringen dich weiter als drei Stunden am Sonntag.
Wenn du herausfinden willst, wo genau du in Hören und Lesen stehst und in welchen Teilen sich Training am meisten lohnt, hilft ein strukturierter Eingangscheck – der zeigt dir konkret, ob du zum Beispiel im Cloze schon B1-nah bist oder ob dir noch A2-Grundlagen fehlen.
Häufige Fragen
Wie oft werden die Höraufnahmen abgespielt?
Je nach Aufgabenteil ein- oder zweimal. Details stehen zu Beginn jedes Teils in der Prüfungsanweisung.
Darf ich beim Hören mitschreiben?
Ja, du darfst dir auf dem Aufgabenblatt Notizen machen. Am Ende musst du deine Antworten auf dem Antwortbogen markieren.
Wie viele Aufgaben hat Lesen Teil 5?
Sechs Aufgaben. Zu jeder Lücke im Brief gibt es drei Antwortmöglichkeiten (Multiple Choice).
Gibt es im DTZ einen Grammatikteil?
Keinen eigenständigen. Grammatik wird über die vier Fertigkeiten geprüft – im Lesen besonders spürbar in Teil 5.
Was ist der beste Text-Typ zum Üben für Lesen Teil 4?
Broschüren und Merkblätter aus dem Alltag – Krankenkasse, Job-Center, Verbraucherzentralen, Elternratgeber. Solche Texte findest du kostenlos auf den entsprechenden Websites.
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