DTZ Ratgeber
DTZ Schreiben: Der Brief – Aufbau, Beispielstruktur, Bewertungskriterien
Von PreparaioAktualisiert am
Der Schreib-Teil des DTZ verlangt genau eine Textsorte: einen zusammenhängenden Brief oder eine E-Mail zu einem vorgegebenen Alltagsanlass. Du bekommst eine kurze Situationsbeschreibung und meist drei bis vier inhaltliche Punkte, die du in deinem Brief unbedingt behandeln musst.
Wer die Struktur und die wichtigsten Redemittel sicher beherrscht, kann diesen Teil sehr zuverlässig auf B1 bringen – auch dann, wenn Grammatik und Wortschatz nicht perfekt sind. Dieser Artikel zeigt dir, wie.
Inhalt
Was der Schreib-Teil verlangt
In etwa 30 Minuten schreibst du einen Brief zu einem Alltagsanlass – typische Anlässe sind Beschwerde, Entschuldigung, Bitte, Terminabsage, Anfrage oder eine Reaktion auf eine Einladung. Die Aufgabenstellung nennt dir konkret, wem du schreibst (z. B. der Vermieterin, dem Chef, einer Behörde, einer Freundin) und welche inhaltlichen Punkte du bearbeiten sollst.
Erwartet wird kein literarischer Text, sondern ein situationsangemessener, formal korrekter Brief mit klarer Gliederung. Länge: in der Regel um die 80 Wörter, deutlich zu kurz kostet Punkte.
Der Brief in fünf Bausteinen
Ein DTZ-Brief besteht immer aus denselben fünf Bausteinen. Wenn einer fehlt, verlierst du Punkte – selbst wenn der Inhalt gut ist:
- Ort und Datum (rechts oben).
- Anrede (formell oder informell, passend zur Situation).
- Einleitung (Grund des Schreibens, 1–2 Sätze).
- Hauptteil (alle vorgegebenen inhaltlichen Punkte, sinnvoll verbunden).
- Schluss und Grußformel (passend zur Anrede) plus Unterschrift.
Anrede und Grußformel richtig wählen
Die Anrede entscheidet über den Ton des ganzen Briefes. Faustregel: Kennst du den Namen? Dann verwende ihn. Ist der Empfänger jemand, den du duzt (Freund, Familie)? Dann informell.
- Formell mit Namen: „Sehr geehrte Frau Müller,“ / „Sehr geehrter Herr Schmidt,“ → Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“
- Formell ohne Namen: „Sehr geehrte Damen und Herren,“ → Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“
- Informell: „Liebe Anna,“ / „Lieber Tom,“ → Grußformel: „Viele Grüße“ / „Liebe Grüße“
Redemittel: Einleitung
Ein guter Einstieg nennt sofort den Grund des Schreibens, ohne umständliche Vorreden:
- „ich schreibe Ihnen, weil …“ (formell)
- „vielen Dank für Ihre Nachricht / Ihren Brief vom …“
- „leider muss ich Ihnen mitteilen, dass …“
- „ich habe Ihre Anzeige im Internet gesehen und interessiere mich für …“
- Informell: „danke für deine Einladung / deine Nachricht.“, „ich habe leider ein Problem …“
Redemittel: Hauptteil – alle Punkte abarbeiten
Im Hauptteil bearbeitest du jeden der drei bis vier Aufgabenpunkte in einem eigenen kurzen Absatz oder mit einem klaren Signalwort. Wichtig: Keinen Punkt vergessen – ein ausgelassener Punkt zieht Bewertungskriterien nach unten.
- Grund/Erklärung: „Der Grund dafür ist, dass …“, „Das liegt daran, dass …“
- Bitte: „Könnten Sie bitte …?“, „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn …“
- Vorschlag: „Ich schlage vor, dass …“, „Wäre es möglich, dass …“
- Entschuldigung: „Es tut mir sehr leid, aber …“, „Bitte entschuldigen Sie, dass …“
- Verknüpfen: „außerdem“, „deshalb“, „trotzdem“, „zuerst … dann … zum Schluss“.
Redemittel: Schluss
Ein Schluss-Satz rundet ab und signalisiert dem Empfänger, was du erwartest oder wünschst:
- „Ich freue mich auf Ihre Antwort.“
- „Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe.“
- „Bitte teilen Sie mir mit, ob das möglich ist.“
- Informell: „Melde dich bald!“, „Ich freue mich, von dir zu hören.“
Wie der Brief bewertet wird
Prüferinnen und Prüfer beurteilen deinen Brief nach mehreren Kriterien, nicht nur nach „Grammatik richtig / falsch“. Vereinfacht kommen vier Bereiche zusammen:
- Inhalt/Aufgabenerfüllung: Sind alle vorgegebenen Punkte behandelt? Passt der Text zur Situation?
- Textaufbau/Kohärenz: Gibt es Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Grußformel? Sind die Sätze sinnvoll verbunden?
- Wortschatz: Ist der Wortschatz situationsangemessen (formell/informell) und ausreichend variiert?
- Grammatik/Struktur: Sind die Sätze grundsätzlich verständlich? Kleine Fehler sind auf B1 erlaubt.
Typische Fehler, die vermeidbar sind
- Anrede oder Grußformel vergessen – zieht direkt Punkte im Bereich Textaufbau.
- Formell und informell mischen („Sehr geehrter Herr Müller … viele Grüße, Anna“).
- Ein Aufgabenpunkt fehlt – oft, weil er beim Lesen der Aufgabe übersehen wurde.
- Zu kurz (deutlich unter 50 Wörtern) oder unfertig, weil Zeitmanagement fehlt.
- Text ist eine Wortliste statt zusammenhängender Satzfolge (keine Verknüpfungswörter).
So übst du wirklich effektiv
Reines Lesen von Musterbriefen bringt wenig. Was funktioniert: selbst schreiben, mit Zeitlimit, und ehrliches Feedback einholen.
Ein realistischer Fahrplan: Schreibe mindestens fünf bis acht Briefe zu verschiedenen Anlässen (Beschwerde, Bitte, Entschuldigung, Anfrage, Absage). Nutze immer die 30-Minuten-Uhr. Lass dir jeden Brief korrigieren – von einer Lehrkraft, einer Lernpartnerin oder mit einem KI-gestützten Bewertungswerkzeug, das dir konkret sagt, was noch zwischen dir und B1 steht.
Häufige Fragen
Wie viele Wörter soll der Brief haben?
In der Regel um die 80 Wörter. Deutlich weniger wirkt unfertig; deutlich mehr ist nicht nötig, wenn alle Aufgabenpunkte abgedeckt sind.
Wird bei Grammatik jeder Fehler abgezogen?
Nein. Auf B1 sind kleinere Grammatikfehler erlaubt, solange der Text verständlich bleibt und die Aufgaben erfüllt sind.
Was passiert, wenn ich einen der vorgegebenen Punkte weglasse?
Das kostet Punkte im Bereich Aufgabenerfüllung – oft mehr als kleine Grammatik- oder Rechtschreibfehler.
Muss ich den Brief handschriftlich schreiben?
Ja, der DTZ-Schreib-Teil wird handschriftlich mit blauem oder schwarzem Kugelschreiber geschrieben. Achte auf lesbare Schrift.
Darf ich den Brief zwischendurch neu schreiben?
Du kannst korrigieren und Wörter durchstreichen, aber die Zeit ist knapp – plane maximal 3–5 Minuten für die Reinschrift-Prüfung ein.
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