DTZ Ratgeber
DTZ Sprechen Teil 2: Bildbeschreibung – Aufbau, Redemittel, typische Fehler
Von PreparaioAktualisiert am
Der zweite Teil der mündlichen DTZ-Prüfung wirkt auf viele Teilnehmende einschüchternd: Du bekommst ein Foto und sollst „einfach reden“. Genau deshalb ist die Bildbeschreibung ein Teil, in dem viele Punkte verloren gehen – nicht, weil das Deutsch fehlt, sondern weil die Struktur fehlt.
Dieser Artikel zeigt dir einen klaren Vier-Schritte-Aufbau, gibt dir konkrete Redemittel an die Hand und erklärt die häufigsten Fehler, die zwischen A2 und B1 den Unterschied machen.
Inhalt
Was in Teil 2 verlangt wird
Du erhältst ein Foto zu einer Alltagssituation – zum Beispiel eine Familie beim Einkaufen, Menschen in einer Arztpraxis, eine Szene am Arbeitsplatz oder auf einem Spielplatz. Die Aufgabe ist zweiteilig: Du beschreibst zuerst das Bild und gehst dann auf einen thematisch verwandten Aspekt aus deinem eigenen Leben oder Herkunftsland ein.
Erwartet wird ein zusammenhängender Monolog von etwa 3 Minuten. Du sprichst frei; die Prüfenden greifen nur ein, wenn du komplett verstummst oder das Thema komplett verfehlst. Deine Aufgabe ist es, den Sprech-Raum zu füllen – ohne dich in Details zu verlieren.
Der Vier-Schritte-Aufbau
Diese Struktur passt auf jedes Foto und gibt dir ein sicheres Gerüst, an dem du dich entlanghangeln kannst:
- Einleitung: Was zeigt das Bild grob? (1–2 Sätze)
- Beschreibung: Wer ist zu sehen? Wo? Was passiert? (mehrere Sätze, ruhig und geordnet)
- Vermutung/Interpretation: Warum machen die Personen das? Wie fühlen sie sich? (Modalverben, Konjunktiv)
- Persönlicher Bezug: Wie ist das bei dir/in deinem Land/in deiner Familie? (eigene Erfahrung)
Redemittel: Einleitung
Für den Einstieg reichen wenige, gut gelernte Sätze. Wichtig ist, dass du sofort loslegst, statt zu zögern.
- „Auf dem Foto sehe ich …“
- „Das Bild zeigt eine Szene / eine Situation in …“
- „Im Vordergrund erkennt man …, im Hintergrund sieht man …“
- „Das Foto ist wahrscheinlich in einem/einer … aufgenommen.“
Redemittel: Beschreibung
In der Beschreibungsphase geht es um Personen, Ort, Handlungen und Objekte. Halte dich an eine Reihenfolge – z. B. erst Personen, dann Handlung, dann Umgebung –, damit deine Rede nicht springt.
- „Links / rechts / in der Mitte sieht man …“
- „Eine Frau / ein Mann / ein Kind steht … / sitzt … / hält …“
- „Sie tragen …“, „Sie schauen … an.“
- „Neben ihnen befindet sich …“, „Auf dem Tisch liegt …“
Redemittel: Vermutung und Interpretation
Ab hier wird es B1-relevant: Die Prüfenden wollen sehen, dass du über die reine Beschreibung hinausgehst und Vermutungen anstellen kannst. Nutze Modalverben und Ausdrücke der Vermutung.
- „Ich vermute, dass …“, „Es sieht so aus, als ob …“
- „Die Frau könnte / dürfte … sein.“
- „Vielleicht wollen sie gerade …“
- „Wahrscheinlich fühlt sich das Kind …“
Redemittel: Persönlicher Bezug
Der letzte Schritt öffnet das Gespräch: Erzähle kurz, wie du das Thema aus deinem Alltag oder deinem Herkunftsland kennst. Zwei bis drei Sätze reichen, sie sollten aber konkret sein – nicht „bei uns ist es anders“, sondern ein kleines Beispiel.
- „In meiner Familie ist das ähnlich / anders. Zum Beispiel …“
- „In meinem Heimatland …“
- „Ich selbst mache das oft so: …“
- „Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass …“
Typische Fehler, die B1 verhindern
- Nur beschreiben, nicht interpretieren – ohne Vermutung bleibst du auf A2.
- Zu kurze Antwort – nach 40 Sekunden aufhören lässt dich Punkte auf dem Tisch liegen.
- Wortsuche mit langen Pausen – lieber ein einfacheres Wort nehmen und weitersprechen.
- Aufzählen ohne Verbindung – „Frau. Kind. Tisch. Blume.“ klingt wie Vokabelliste, nicht wie Rede.
- Kein persönlicher Bezug – der letzte Schritt wird oft vergessen und kostet sicher Punkte.
So übst du sinnvoll
Suche dir Alltagsfotos (z. B. aus einer Zeitschrift oder von einer Foto-Website) und beschreibe sie laut, mit Stoppuhr. Die drei Minuten sind länger, als du denkst – gerade das ist der Punkt, an dem du üben musst, den Sprech-Raum zu füllen.
Nimm dich auf und hör dir die Aufnahme an. Achte auf lange Pausen, auf Wortsuche und darauf, ob du alle vier Schritte durchgehst. Ein zweites Ohr – Lernpartnerin, Lehrkraft oder ein KI-gestütztes Feedback – erkennt Muster, die dir selbst entgehen.
Wichtig: Übe nicht dutzende verschiedene Formulierungen. Fünf bis sieben Redemittel pro Phase, sicher automatisiert, sind mehr wert als eine lange Liste, die dir in der Prüfung nicht einfällt.
Häufige Fragen
Wie lange soll ich in Teil 2 sprechen?
Zielrichtung sind etwa 3 Minuten zusammenhängender Monolog. Kürzer wirkt unfertig, deutlich länger ist selten nötig.
Darf ich Notizen machen?
Ja, während der kurzen Vorbereitungszeit vor der mündlichen Prüfung kannst du dir Stichworte notieren und diese in Teil 2 nutzen. Ganze Sätze ablesen wirkt aber unnatürlich.
Was, wenn ich das Wort für etwas auf dem Bild nicht kenne?
Umschreiben statt suchen. „Das Ding, mit dem man …“ oder „so etwas Ähnliches wie …“ ist besser als eine 20-sekündige Denkpause.
Muss meine Interpretation richtig sein?
Nein. Die Prüfenden bewerten deine sprachliche Leistung, nicht ob deine Vermutung zutrifft. Wichtig ist, dass sie sprachlich als Vermutung markiert ist („vielleicht“, „ich vermute“).
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