telc B1 Sprechen — zu zweit, drei Teile
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
Die Prüfung mit dem meisten Nervenpotenzial und der klarsten Struktur. Wer versteht, was jeder der drei Teile eigentlich testet, hört bei der Partnerin oder dem Partner richtig zu — statt an einer Rede zu hängen.
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- Dauer
- ca. 15 Minuten inkl. Vorbereitung
- Form
- Paarprüfung. Zwei Prüflinge, zwei Prüfende.
- Vorbereitung
- ca. 20 Minuten Vorbereitungszeit mit Notizen (allein)
- Teil 1
- Kontaktaufnahme (freies Vorstellungsgespräch)
- Teil 2
- Zusammenhängend sprechen zu einem Thema
- Teil 3
- Gemeinsam eine Aufgabe lösen / etwas planen
Was jeder Teil wirklich prüft
Teil 1 — Kontaktaufnahme: Ein kurzes, gelenktes Gespräch, in dem du dich vorstellst, kurze Fragen deiner Partnerin oder deines Partners beantwortest und selbst nachfragst. Bewertet wird, ob du in einer alltäglichen Vorstellungssituation angemessen und flüssig genug reagieren kannst. Ein zu langer Monolog ist hier kontraproduktiv — die Aufgabe ist ein Gespräch, kein Vortrag.
Teil 2 — Zusammenhängend sprechen: Du bekommst ein Thema mit Leitpunkten und sprichst 2–3 Minuten zusammenhängend darüber, oft aus persönlicher Perspektive. Deine Partnerin oder dein Partner hört zu und stellt am Ende eine kurze Rückfrage. Bewertet wird die Fähigkeit, ein Thema selbstständig zu entfalten — mit Beispielen, mit persönlicher Meinung, mit einer erkennbaren Struktur.
Teil 3 — Gemeinsam etwas planen: Ihr bekommt eine Situation (ein Fest planen, eine Reise vorbereiten, ein Geschenk aussuchen) und einigt euch auf ein gemeinsames Ergebnis. Bewertet wird die Interaktion: Vorschläge machen, auf Vorschläge reagieren, freundlich widersprechen, sich einigen. Wer den Partner nur überredet, verliert Punkte. Wer nur zustimmt, ebenfalls.
Was Prüfer:innen wirklich bewerten
Zwei Kriterien: sprachliche Angemessenheit (Wortschatz, Grammatik, Aussprache in einer B1-typischen Bandbreite) und Erfüllung der Aufgabenstellung (hast du das gemacht, was der Teil verlangt?). Beide Kriterien wirken zusammen — perfektes Deutsch, das aber die Aufgabe nicht erfüllt, gibt keine Höchstnote; ordentliches Deutsch mit klarer Aufgabenerfüllung tut das durchaus.
- Wortschatzreichweite: Kannst du zu Alltagsthemen (Familie, Arbeit, Freizeit, Reise, Gesundheit) mit hinreichender Vielfalt sprechen?
- Grammatische Sicherheit: Verwendest du Nebensätze, Konjunktiv II ("Ich würde…"), Perfekt und Präteritum situationsgerecht?
- Aussprache & Intonation: Bist du ohne Anstrengung verständlich?
- Aufgabenlogik: In Teil 3 — schlägst du vor, reagierst du auf Vorschläge, kommt es zu einer erkennbaren Einigung?
- Höflichkeit & Register: "Ich finde…", "Was hältst du davon…", "Das ist eine gute Idee, aber…" — sind das Redemittel, die du sicher variierst?
Wie man Sprechen realistisch trainiert
Sprechen kann man nicht allein trainieren — aber Teile davon schon. Nimm dich beim Antworten auf Teil-1-Fragen und beim Vortrag in Teil 2 selbst auf und höre am selben Tag zurück. Die eigenen Füllwörter, Wiederholungen und Pausen zu hören ist die höchstwirksame Rückmeldung, die du ohne Partner:in bekommen kannst.
Für Teil 3 brauchst du eine Übungspartnerin oder einen Übungspartner. Ideal ist jemand auf ähnlichem Niveau, mit dem ihr wechselseitig Prüfungssituationen durchspielt — Vorschlag, Reaktion, Alternative, Einigung. Zehn Minuten strukturierte Paarübung sind mehr wert als eine Stunde unstrukturierter Small Talk.
Bau dir einen kleinen Vorrat an persönlichen "Belegen" — drei bis vier Geschichten aus deinem Leben (ein Urlaub, ein Umzug, eine Feier, ein Job), die du in Teil 2 an unterschiedliche Themen anpassen kannst. So bist du nie ratlos, wenn ein neues Thema kommt.